Wenn der Marktplatz sagt, er sei nur ein Vermittler, sollten Sie das nicht als Ende des Streitfalls ansehen. Ihr nächster Schritt ist, den tatsächlichen Verkäufer/Händler im Bestellverlauf zu identifizieren und die Forderung an diese Partei zu richten, während Sie die Weigerung des Marktplatzes als Beweis dafür speichern, dass Sie versucht haben, sein Verfahren zu nutzen.
Prüfen Sie zuerst, wer der Verkäufer in Ihren Bestelldetails, der Rechnung oder der Bestätigungs-E-Mail ist. Suchen Sie nach dem rechtlichen Namen des Händlers, der Geschäftsadresse und einer Bestell- oder Transaktionsnummer. Das ist die entscheidende Angabe dafür, an wen Sie sich zuerst beschweren sollten. Wenn auf der Seite nur ein Anzeigename steht, suchen Sie auf der Bestellseite, dem Beleg, dem Versandetikett und in der E-Mail-Fußzeile nach der rechtlichen Einheit dahinter.
Sammeln Sie dann die Beweise, die für dieses Problem am wichtigsten sind:
- die Bestellbestätigung und das Produktangebot
- den Zahlungsbeleg oder den Karten-/Wallet-Transaktionsnachweis
- die Nachricht, in der der Marktplatz sagt, er sei nur ein Vermittler und lehnt Hilfe ab
- Tracking-Screenshots, Lieferstatus oder Fotos, wenn es um Nichtlieferung oder einen beschädigten Artikel geht
- alle Nachrichten des Verkäufers, besonders wenn er eine Rückerstattung, einen Ersatz oder ein Lieferdatum zugesagt hat
Senden Sie eine schriftliche Beschwerde an den Verkäufer/Händler und verlangen Sie ein klares Ergebnis: Rückerstattung, Ersatz, Reparatur oder eine schriftliche Erklärung, warum die Verantwortung abgelehnt wird. Fügen Sie die Bestellnummer, die Zahlungsreferenz, die Sendungsnummer und den genauen Wortlaut hinzu, mit dem der Marktplatz Hilfe verweigert hat. Halten Sie die Nachricht kurz und sachlich.
Wenn der Verkäufer nicht reagiert oder den Anspruch ablehnt, gehen Sie zurück zum Marktplatz und prüfen Sie, ob seine Bedingungen, die Käuferschutzseite oder das Beschwerdeverfahren Ihre Bestellung trotzdem abdecken. Die wichtige Frage ist nicht nur, ob er sich selbst als Vermittler bezeichnet, sondern ob er für Ihren Kauf weiterhin irgendeine Streitbeilegung, Treuhandlösung, Käuferschutz oder einen „Resolution Centre“-Prozess anbietet. Speichern Sie die Seite, auf der die Identität des Verkäufers und die Rolle der Plattform zu sehen sind, weil das später helfen kann zu zeigen, ob die Plattform den Artikel nur eingestellt oder die Transaktion auch in einer Weise abgewickelt hat, die später relevant sein kann.
Wenn Sie per Karte, Banküberweisung oder Wallet bezahlt haben, prüfen Sie getrennt das Streit- oder Chargeback-Verfahren Ihres Zahlungsanbieters. Dieses Verfahren ist anders als die Beschwerde beim Marktplatz und kann von der Zahlungsmethode und dem Zahlungsdatum abhängen. Verwenden Sie die Transaktions-ID, die Bestellnummer und die Ablehnungsnachricht des Marktplatzes, wenn Sie die Bank oder den Anbieter kontaktieren. Warten Sie nicht darauf, dass der Marktplatz seine Meinung ändert, wenn Ihre Zahlungsfrist abläuft.
Wenn der Verkäufer in einem anderen Land sitzt oder der Marktplatz grenzüberschreitend ist, kann nach Vorliegen der Verkäuferidentität und des schriftlichen Ablehnungsnachweises eine Verbraucherzentrale oder Verbraucherstelle hilfreich sein. Dort werden in der Regel der Händlername, das Land, die Bestellnummer und die Screenshots benötigt, die zeigen, was der Marktplatz Ihnen mitgeteilt hat.
Die eine fehlende Angabe, die am wichtigsten ist, ist, mit wem der Vertrag tatsächlich geschlossen wurde: mit dem auf der Bestellung oder Rechnung genannten Verkäufer oder mit dem Marktplatz selbst. Prüfen Sie das zuerst, denn davon hängt ab, wohin Sie die Forderung senden und welche Beweise Sie benötigen.
Praktischer Tipp: Speichern Sie vor jeder Statusänderung oder bevor Nachrichten verschwinden ein einziges PDF oder ein Screenshot-Paket mit der Bestellseite, dem Zahlungsnachweis, dem Tracking und der Ablehnungsnachricht des Marktplatzes.