Ein Verkäufer nutzt möglicherweise Dropshipping, wenn der Shop eher wie eine Verkaufsfront für Produkte wirkt, die von jemand anderem gelagert und versendet werden, nicht vom Verkäufer selbst. Die größten Warnzeichen sind uneinheitliche Lieferzeiten, unklare Angaben zum Lagerbestand und ein Verkäufer, der nicht klar erklären kann, woher der Artikel kommt.
Prüfen Sie zuerst diese Anzeichen:
- In der Anzeige steht eine kurze Bearbeitungszeit, aber die Lieferung dauert viel länger oder ändert sich ständig.
- Auf der Verkäuferseite gibt es keine klaren Angaben zu Lagerbestand, Lager oder Rücksendeadresse.
- Viele verschiedene Produkte verwenden denselben Stil bei Fotos, Beschreibungen oder Branding, besonders wenn der Shop neu erstellt wirkt.
- Die Sendungsverfolgung beginnt spät, zeigt einen Versandort, der nicht zum Standort des Verkäufers passt, oder ändert die Route mehrmals ohne klare Erklärung.
- Wenn Sie fragen, wo der Artikel gelagert wird, gibt der Verkäufer eine vage Antwort wie „unser Lieferant“ oder vermeidet zu sagen, aus welchem Land versendet wird.
- Die Rücksendeadresse, falls angezeigt, liegt in einem anderen Land als die vom Verkäufer angegebene Geschäftsadresse.
Diese Anzeichen beweisen für sich allein noch kein Dropshipping. Ein Verkäufer auf einem Marktplatz kann auch ein Lager eines Drittanbieters oder einen Fulfilment-Dienst nutzen. Entscheidend ist, ob der Verkäufer darüber klar informiert und ob die Versandangaben zu dem passen, was Ihnen vor der Zahlung gesagt wurde.
Wenn Sie noch nicht bestellt haben, vergleichen Sie vor dem Kauf drei Dinge:
- die voraussichtliche Lieferzeit auf der Produktseite,
- die beim Checkout angegebene Bearbeitungszeit,
- und den Standort oder die Geschäftsadresse des Verkäufers.
Wenn diese Angaben nicht zusammenpassen, verlässt sich der Verkäufer möglicherweise auf einen Lieferanten an einem anderen Ort. Das ist nicht automatisch ein Problem, kann aber zu längerer Lieferung und komplizierteren Rücksendungen führen.
Wenn Sie bereits bestellt haben, speichern Sie:
- die Produktseite und die Lieferprognose,
- das Profil oder die Shop-Seite des Verkäufers,
- alle Nachrichten zum Versandort oder Lagerbestand,
- die Sendungsverfolgung.
Stellen Sie dem Verkäufer dann eine direkte Frage: Von wo wird der Artikel versendet, und welche Adresse soll bei Bedarf für eine Rücksendung verwendet werden? Wenn der Verkäufer nicht klar antworten kann, ist das ein nützlicher Warnhinweis für spätere Bestellungen und für eine mögliche spätere Beschwerde.
Wenn die Versandzusage des Verkäufers der Hauptgrund für Ihren Kauf war, ist der genaue Wortlaut wichtig. Achten Sie auf Formulierungen wie „versendet aus“, „wird versandt in“, „auf Lager“ oder ein genanntes Lagerland. Wenn auf der Bestellseite etwas anderes stand als später in der Sendungsverfolgung oder durch den Verkäufer angezeigt wird, bewahren Sie beide Versionen auf. Dieser Unterschied kann wichtig sein, wenn Sie später eine Beschwerde beim Marktplatz oder bei Ihrem Zahlungsanbieter einreichen müssen.
Wenn der Artikel noch nicht versendet wurde und die Sendungsverfolgung noch leer ist oder nur zeigt, dass ein Etikett erstellt wurde, gehen Sie nicht sofort davon aus, dass die Sendung verloren ist. Prüfen Sie zuerst die vom Verkäufer genannte Versandzeit und ob der Marktplatz ein separates Lieferfenster anzeigt. Wenn der Verkäufer seine eigene angegebene Bearbeitungszeit überschreitet, bitten Sie um eine klare Versandaktualisierung und eine Referenznummer für die Bestellung.
Praktischer Tipp: Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie nach dem Verkäufernamen zusammen mit einem Produktbild oder einer Formulierung aus der Produktbeschreibung, denn wiederholte Angebote mit denselben Fotos in mehreren Shops sind ein häufiges Zeichen dafür, dass der Verkäufer die Ware möglicherweise nicht selbst auf Lager hat.