Meist können Sie eine Fälschung nicht anhand eines einzelnen Hinweises beweisen, aber Sie können einschätzen, ob Sie einen starken Fälschungsanspruch haben, indem Sie den Artikel, seine Verpackung und das Angebot mit den offiziellen Angaben der Marke vergleichen. Wenn im Angebot ein originales Markenprodukt versprochen wurde und der erhaltene Artikel offensichtliche Abweichungen bei Logo, Modell, Seriennummer oder Verpackung hat, behandeln Sie ihn als vermutete Fälschung; wenn der Artikel vor allem von der Beschreibung oder den Fotos im Angebot abweicht, kann es eher ein irreführendes Angebot sein.
Prüfen Sie zuerst die genaue Formulierung auf der Produktseite und in Ihrer Bestellbestätigung. Achten Sie auf Begriffe wie „original“, „authentic“ oder einen Markennamen im Titel und in den Bildern. Vergleichen Sie das dann mit dem, was angekommen ist:
- Markenkennzeichen: Schreibweise, Logoform, Gravurqualität, Platzierung des Etiketts.
- Modelldetails: Modellnummer, Farbname, Größe, technische Daten.
- Identifikation: Seriennummer, Chargencode, QR-Code, Echtheitsaufkleber oder Siegel gegen Manipulation, falls das echte Produkt normalerweise eines hat.
- Verpackung und Beilagen: Qualität der Box, Anleitungen, Garantiekarte und vom Hersteller aufgeführtes Zubehör.
Eine häufige Falle ist, sich nur auf den Preis oder die Verarbeitung zu verlassen. Ein sehr niedriger Preis kann ein Warnsignal sein, beweist aber allein keine Fälschung. Ebenso kann schlechte Verpackung oder eine beschädigte Box einfach Transportschaden bedeuten. Bei einem Fälschungsanspruch sollten Sie sich auf markenspezifische Abweichungen konzentrieren, etwa ein falsch geschriebenes Logo, eine fehlende Seriennummer bei einem Produkt, das eine haben sollte, eine andere Schriftart auf den Etiketten oder Zubehör, das nicht zum offiziellen Lieferumfang passt.
Bevor Sie einen Disput öffnen, dokumentieren Sie alles, solange der Artikel noch unbenutzt ist:
- Machen Sie klare Fotos des ungeöffneten Pakets, des Versandetiketts, der äußeren Box, der inneren Verpackung und des Produkts aus mehreren Blickwinkeln.
- Fotografieren Sie Nahaufnahmen von Logos, Modellnummern, Seriennummern, Barcodes und jedem Echtheitscode.
- Speichern Sie Screenshots des ursprünglichen Angebots, besonders Titel, Fotos, Produktbeschreibung und jede Aussage, dass es „original“ oder „authentic“ ist.
- Bewahren Sie die Bestellnummer und alle Nachrichten mit dem Verkäufer auf.
Wenn im Angebot ein bestimmter Markenartikel versprochen wurde, Sie aber ein anderes Modell, ein anderes Material oder fehlende Funktionen erhalten haben, ist das häufiger ein Fall von irreführendem Angebot oder „nicht wie beschrieben“. Wenn der Artikel wie dasselbe Modell aussieht, aber die Echtheitsmerkmale nicht stimmen, ist es sicherer, ihn als „vermutete Fälschung“ oder counterfeit darzustellen. Der Unterschied ist wichtig, weil Sie unterschiedliche Beweise verwenden: Belege für Abweichungen vom Angebot bei irreführender Ware und Markenprüfungsnachweise bei Fälschungen.
Wenn möglich, prüfen Sie die offizielle Website der Marke oder den Kundenservice auf Modellspezifikationen, Seriennummernprüfung oder Informationen zu autorisierten Verkäufern. Bitten Sie dort um Bestätigung, ob die Seriennummer, der Chargencode oder der QR-Code gültig ist, und speichern Sie die Antwort mit der Referenznummer oder Fallnummer.
Wenn das Produkt eine sichtbare Fälschung ist und Sie starke Beweise haben, öffnen Sie den Disput umgehend mit Screenshots, Fotos und der genauen Formulierung aus dem Angebot. Wenn Sie nur schwache Hinweise haben, fragen Sie zuerst den Verkäufer, wie er die Abweichung erklärt, und bitten Sie um einen Echtheitsnachweis, weil seine Antwort Ihnen helfen kann zu entscheiden, welchen Anspruch Sie einreichen sollten.
Praktischer Tipp: Bewahren Sie ein Foto auf, auf dem das Produkt neben der Bestellseite oder dem Packzettel zu sehen ist, denn dieses einzelne Vergleichsbild macht die Abweichung oft leichter verständlich.