Warum hat der Verkäufer nach dem Bezahlen eine zusätzliche Zahlung für Versicherung, Verpackung oder Servicegebühren verlangt, denen ich nie zugestimmt habe?

Versteckte Gebühren an der Kasse

Wenn der Verkäufer nach dem Checkout einen separaten Zahlungsschritt für eine Versicherung, Verpackung oder eine Servicegebühr hinzugefügt hat, der Sie nie zugestimmt haben, behandeln Sie das als Zusatzgebühr, die Sie anfechten können. Zahlen Sie sie nicht automatisch, es sei denn, die ursprüngliche Bestellung hat diese Gebühr klar angezeigt, bevor Sie den Kauf bestätigt haben, und der Endbetrag entsprach dem, was Sie akzeptiert haben.

Beginnen Sie mit dem Bestellnachweis, denn das ist der wichtigste Beleg.

  • Öffnen Sie die Bestellbestätigung, die Rechnung und die Checkout-Zusammenfassung.
  • Prüfen Sie, ob die Zusatzgebühr angezeigt wurde, bevor Sie auf den letzten Kauf-/Bezahlen-Button geklickt haben, oder ob sie erst danach in einer Nachricht, einem Link oder einer zweiten Zahlungsaufforderung erschien.
  • Speichern Sie den genauen Wortlaut, besonders Formulierungen wie „Versicherungsgebühr“, „Verpackungsgebühr“, „Servicegebühr“, „Verwaltungsgebühr“ oder „separat bezahlen“.
  • Bewahren Sie die Bestellnummer, Screenshots des ursprünglichen Gesamtbetrags und jede Nachricht auf, in der steht, dass das Paket nicht versendet wird, wenn Sie mehr zahlen.

Wenn die Gebühr erst nach dem Checkout erschien, antworten Sie schriftlich, dass Sie keiner zusätzlichen Gebühr zustimmen, und bitten Sie den Verkäufer, entweder:

  • die Bestellung zum ursprünglichen Gesamtbetrag zu versenden, oder
  • die Bestellung zu stornieren und zu erstatten, wenn er den vereinbarten Preis nicht einhalten kann.

Wenn der Verkäufer sagt, die Gebühr sei verpflichtend, bitten Sie ihn zu zeigen, wo sie vor der Zahlung offengelegt wurde. Die wichtige Frage ist nicht, ob er sie Versicherung oder Verpackung nennt, sondern ob sie Teil des Preises war, den Sie an der Kasse akzeptiert haben. Eine zweite Zahlungsseite nach der Bestellung ist eine häufige Falle, besonders wenn sie erst als „erforderlich“ dargestellt wird, nachdem Sie bereits einmal bezahlt haben.

Wenn Sie den Zusatzbetrag noch nicht bezahlt haben, klicken Sie nicht auf einen neuen Zahlungslink, bevor Sie keinen Nachweis haben, dass Sie dem zugestimmt haben. Wenn Sie ihn doch bezahlen, bewahren Sie die Quittung und die genaue Seite auf, die das Geld angefordert hat, denn das ist bei einem Streit wichtig.

Wenn der Verkäufer Ihnen bereits etwas berechnet hat, hängt der nächste Schritt davon ab, wo die Belastung erschienen ist:

  • Wenn es sich um eine Marktplatzbestellung handelt, nutzen Sie den Streit- oder Hilfsprozess für die Bestellung und geben Sie die Bestellnummer, den ursprünglichen Checkout-Gesamtbetrag und die Nachricht oder den Bildschirm mit der Zusatzgebühr an.
  • Wenn der Verkäufer Ihre Karte oder Ihr Zahlungskonto direkt belastet hat, fragen Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter, ob die Transaktion als unautorisierte oder strittige Zusatzgebühr angefochten werden kann. Geben Sie den ursprünglichen Bestellbetrag, den später belasteten Betrag und den Nachweis an, dass die Gebühr nach dem Checkout hinzugefügt wurde.

Die nützlichsten Belege sind meist kurz und konkret:

  • die erste Checkout-Seite mit dem vereinbarten Gesamtbetrag
  • die spätere Aufforderung zu Versicherungs-, Verpackungs- oder Servicegebühren
  • der Zahlungsnachweis für beide Beträge, falls es zwei gibt
  • jede Verkäufernachricht, die die Zahlung der Zusatzgebühr an den Versand oder den Abschluss der Bestellung knüpft

Wenn der Verkäufer die Zusatzgebühr nur in einer kleinen Notiz, einem vorab angehakten Kästchen oder auf einer separaten Seite erwähnt hat, die Sie nie gesehen haben, sagen Sie das in Ihrem Streitfall klar. Wenn die Gebühr vor der endgültigen Zahlung sichtbar war und Sie sie akzeptiert haben, ist Ihr Fall schwächer, deshalb ist der genaue Wortlaut an der Kasse am wichtigsten.

Praktischer Tipp: Bewahren Sie einen Screenshot auf, der den ursprünglichen Gesamtbetrag zeigt, und einen, der die spätere Aufforderung zur Zusatzgebühr mit Datum zeigt, denn diese beiden Bilder machen den Streit meist viel leichter verständlich.