Die Anzeige sagte „Versand in 5–7 Werktagen“, aber der Verkäufer hat meine Vorbestellung noch nicht einmal verpackt — welche Rechte habe ich, wenn sich die Vorlaufzeit immer weiter verschiebt?

Erwartungen an die Lieferzeit

Wenn die Anzeige „Versand in 5–7 Werktagen“ zugesagt hat, sollte der Verkäufer normalerweise innerhalb dieses angegebenen Zeitraums versenden. Wenn sich die Vorlaufzeit immer weiter verschiebt und der Status weiterhin nicht auf verpackt oder versandt steht, sollten Sie einen festen Versandtermin verlangen oder die Bestellung stornieren und eine Rückerstattung verlangen.

Die entscheidende Frage ist, ob der Verkäufer Ihnen einen klaren Versandtermin für die Vorbestellung genannt hat, der Teil der Bestellung geworden ist, oder nur eine vage Schätzung. Prüfen Sie die Anzeige, die Bestellbestätigung und alle Nachrichten des Verkäufers auf genaue Formulierungen wie „Versand in“, „voraussichtlicher Versand“, „Vorbestellung“ oder ein bestimmtes Datum. Diese Formulierung ist wichtig, weil eine echte Vorbestellung einen späteren Versandtermin zulassen kann, während eine sich ändernde Schätzung ohne klaren neuen Termin ein Warnsignal ist.

Tun Sie jetzt Folgendes:

  • Speichern Sie einen Screenshot der Anzeige mit der Zusage „5–7 Werktage“.
  • Speichern Sie die Bestellbestätigung mit Kaufdatum und Artikelstatus.
  • Bewahren Sie jede Nachricht auf, in der der Verkäufer den Zeitpunkt ändert oder ein neues Datum nennt.
  • Prüfen Sie, ob auf der Bestellseite „in Bearbeitung“, „verpackt“, „Etikett erstellt“ oder etwas Ähnliches steht. Wenn dort auch nach Ablauf des zugesagten Zeitraums noch nur „in Bearbeitung“ steht, unterstützt das Ihren Fall.

Schreiben Sie dann dem Verkäufer schriftlich und bitten Sie um eines von zwei Dingen:

  • einen bestätigten Versandtermin oder
  • eine Stornierung und vollständige Rückerstattung, wenn er nicht innerhalb einer angemessenen Zeit versenden kann.

Halten Sie die Nachricht kurz und konkret. Nennen Sie die Bestellnummer, die ursprüngliche Versandzusage und die Tatsache, dass der Artikel noch nicht verpackt wurde. Bitten Sie den Verkäufer zu bestätigen, ob er noch innerhalb des ursprünglichen Zeitraums versenden kann, oder Ihnen jetzt eine Rückerstattung zu geben.

Wenn der Verkäufer ein neues Datum nennt, hängt Ihr nächster Schritt davon ab, ob dieses Datum klar und glaubwürdig ist:

  • Wenn der Verkäufer einen festen Versandtermin in naher Zukunft nennt, können Sie entscheiden, ob Sie das akzeptieren.
  • Wenn der Verkäufer den Termin immer weiter verschiebt, behandeln Sie das als Nichterfüllung der zugesagten Vorlaufzeit und bitten Sie um Stornierung.

Wenn der Marktplatz ein Käufer-Schutz- oder Streitbeilegungsverfahren bei Nichtversand hat, eröffnen Sie es, sobald der zugesagte Versandzeitraum abgelaufen ist oder sobald der Verkäufer eine Rückerstattung verweigert. Verwenden Sie die gespeicherten Screenshots und Nachrichten, weil der Streitfall normalerweise von der genauen Formulierung der Anzeige und dem Bestellstatus abhängt.

Wenn Sie mit Karte, PayPal oder einem anderen Zahlungsdienst bezahlt haben und der Verkäufer bei einer nicht gelieferten Bestellung nicht zurückerstatten will, kann der Zahlungsdienst später relevant sein. Entscheidend ist dort, ob der Artikel versandt wurde und ob Sie nachweisen können, dass der Verkäufer den zugesagten Versandtermin verpasst hat. Bewahren Sie deshalb die Bestellbestätigung und alle Nachrichten des Verkäufers zusammen auf.

Der eine Punkt, der Ihren nächsten Schritt am stärksten beeinflusst, ist die genaue Formulierung in Anzeige und Bestellbestätigung: Ein fester Versandzeitraum ist stärker als eine flexible Vorbestellungs-Schätzung.

Praktischer Tipp: Warten Sie nicht auf eine Sendungsverfolgung, wenn noch nichts verpackt wurde; keine Sendungsnummer bedeutet meist, dass das eigentliche Problem der Nichtversand ist. Konzentrieren Sie sich daher auf den zugesagten Versandtermin und die Rückerstattungsanfrage.