In der Regel können Ihre hochgeladenen Streitfall-Beweise von den zuständigen Mitarbeitern der Plattform eingesehen werden, und vom Verkäufer nur insoweit, wie die Plattform sie im Streitfall weitergibt. Sie können auch von bestimmten Dritten gesehen werden, wenn die Plattform diese zur Bearbeitung des Falls einsetzt oder wenn der Streit in ein Zahlungsanbieter- oder Rechtsverfahren übergeht.
Was Sie zuerst tun sollten:
- Prüfen Sie die Datenschutzhinweise und die Hilfe-/Streitfallseiten der Plattform auf die genaue Formulierung zu „wer auf Ihre Daten zugreifen kann“, „Weitergabe an Verkäufer“, „Betrugsprävention“, „Dienstleister“ und „rechtliche Verpflichtungen“.
- Speichern Sie die hochgeladenen Beweise und notieren Sie das Upload-Datum, die Fallnummer und die Dateinamen. Wenn die Plattform Ihnen später mitteilt, dass etwas weitergegeben wurde, helfen Ihnen diese Angaben dabei, das von Ihnen Gesendete mit dem tatsächlich Sichtbaren zu vergleichen.
- Wenn Ihre Beweise personenbezogene Daten enthalten, die Sie nicht breit weitergeben möchten, suchen Sie nach einer Option, eine geschwärzte Version hochzuladen. Verdecken Sie zum Beispiel Kartennummern, Wohnadresse, Unterschriften oder nicht relevante Bestelldetails, bevor Sie sie senden.
In der Praxis fällt der Zugriff oft in diese Gruppen:
- Interne Support-Mitarbeiter: die Personen, die Ihren Streitfall bearbeiten, sowie Mitarbeiter in den Teams für Betrugsbekämpfung, Trust & Safety oder Compliance, wenn sie die Informationen für den Fall benötigen.
- Der Verkäufer: normalerweise nur die Teile, die die Plattform ihm zeigt, nicht unbedingt Ihr gesamter Upload.
- Drittanbieter-Dienstleister: Unternehmen, die Dateien hosten, Betrugsprüfungen durchführen oder Verifizierungstools für die Plattform bereitstellen. Sie können die Daten im Auftrag der Plattform verarbeiten, aber der genaue Umfang hängt von der Datenschutzerklärung der Plattform ab.
- Zahlungsanbieter oder Banken: wenn Sie in einen Karten-Chargeback, einen PayPal-Anspruch oder einen ähnlichen Zahlungsstreit wechseln, kann der Zahlungsanbieter die dort von Ihnen eingereichten Beweise erhalten. Das ist getrennt vom Marktplatz-Streitfall.
- Behörden oder Rechtsberater: nur bei einer rechtlichen Verpflichtung, einer Betrugsermittlung oder einer formellen Anfrage.
Die wichtigste Frage, die die Antwort verändert, ist, ob Ihr Fall innerhalb des Marktplatzes bleibt oder in einen Zahlungsstreit übergeht. Bleibt er beim Marktplatz, fragen Sie die Plattform, welche Teams und Drittanbieter-Dienstleister die Uploads einsehen können. Wird daraus ein Chargeback oder ein Zahlungsanspruch, fragen Sie Ihren Kartenaussteller oder Zahlungsanbieter, welche Beweise sie erhalten und ob der Händler sie sehen kann.
Wenn Sie eine klare Antwort von der Plattform möchten, fragen Sie den Support:
- Wer kann meine hochgeladenen Dateien in diesem Fall einsehen?
- Wird dem Verkäufer der vollständige Upload, eine Zusammenfassung oder nur ausgewählte Bilder/Texte angezeigt?
- Sind externe Dienstleister oder Übersetzer beteiligt?
- Wie lange werden die Dateien nach Abschluss des Falls aufbewahrt?
Geben Sie bei Ihrer Anfrage die Fallnummer und das Upload-Datum an. So kann der Support leichter genau den Beweissatz identifizieren, nach dem Sie fragen.
Practical tip: Wenn Sie Screenshots hochladen, schneiden Sie persönliche Details weg, die nicht nötig sind, um das Problem zu belegen, denn diese Details können dennoch für alle sichtbar sein, die die Datei öffnen dürfen.