Ja, Sie können in der Regel eine Rückerstattung verlangen, wenn die Marke des Artikels nicht mit der in der Influencer-Shop-Bestellung gezeigten Marke übereinstimmt. Entscheidend ist, ob in der Anzeige eine bestimmte Marke versprochen wurde oder nur ein ähnlich aussehendes Produkt gezeigt wurde, denn das beeinflusst, wie stark Ihr Anspruch ist.
Prüfen Sie zuerst die Formulierung der Anzeige genau. Speichern Sie einen Screenshot der Produktseite, vor allem:
- den Markennamen im Titel oder in der Beschreibung
- jedes in den Fotos gezeigte Logo
- jede Angabe, dass es sich um ein offizielles, gebrandetes oder namentlich genanntes Produkt handelt
Wenn in der Anzeige klar eine Marke gezeigt wurde und Sie eine andere erhalten haben, ist das ein starker Beleg dafür, dass der Artikel nicht wie beschrieben war. Wenn die Anzeige nur ein neutrales Foto, ein „Style“-Bild oder eine vage Formulierung enthielt, kann Ihr Anspruch stärker vom genauen Text und den Bildern abhängen als von der Influencer-Werbung selbst.
Sammeln Sie dann Beweise, bevor Sie einen Streitfall eröffnen:
- Fotos des erhaltenen Artikels, einschließlich Markenetikett, Verpackung und eventueller Barcodes oder Anhänger
- die Bestellbestätigung und die Bestellnummer
- den Screenshot der Anzeige mit der versprochenen Marke
- alle Nachrichten mit dem Verkäufer oder dem Marktplatz
Prüfen Sie den Verkäufernamen auf der Bestellbestätigung, nicht nur den Namen des Influencers. In Social-Media-Shops ist die Person, die den Artikel bewirbt, möglicherweise nicht der rechtliche Verkäufer, und die Rückerstattungsanfrage muss in der Regel an den tatsächlichen Verkäufer oder das mit der Bestellung verknüpfte Marktplatz-Konto gehen.
Kontaktieren Sie dann den Verkäufer über die Plattform und sagen Sie klar:
- Sie haben eine andere Marke erhalten als die in der Anzeige gezeigte
- Sie möchten eine Rückerstattung, weil der Artikel nicht wie beschrieben ist
- Sie können Fotos und die Bestellnummer vorlegen
Wenn der Verkäufer eine Rücksendung verlangt, fragen Sie, wer die Rücksendekosten trägt, und bitten Sie um schriftliche Anweisungen, bevor Sie etwas zurückschicken. Wenn der Verkäufer nur eine teilweise Rückerstattung anbietet, prüfen Sie, ob das dem Problem entspricht; eine Markenabweichung ist oft schwerwiegender als ein kleiner Mangel, daher reicht eine Teilrückerstattung für Sie möglicherweise nicht aus, es sei denn, Sie stimmen zu.
Wenn der Verkäufer nicht antwortet oder ablehnt, gehen Sie zum Streitfallverfahren des Marktplatzes oder zum Verfahren des Zahlungsanbieters über. Das hängt davon ab, wo und wie Sie bezahlt haben. Wenn Sie mit Karte, PayPal oder einem anderen Zahlungsdienst bezahlt haben, suchen Sie in Ihrem Konto nach der Frist für Streitfälle oder Beschwerden und nach der Formulierung für „Artikel nicht wie beschrieben“ oder „falsch dargestellte Ware“. Die Frist und das genaue Verfahren hängen vom Anbieter und vom Zahlungsdatum ab, daher prüfen Sie die Kontoanzeige oder die Bedingungen, bevor das Zeitfenster abläuft.
Wenn Sie den Fall eskalieren, fügen Sie dieselben Belege bei und benennen Sie die Abweichung klar: „Anzeige zeigte Marke X, erhalten wurde Marke Y.“ Das ist viel stärker, als nur zu sagen, der Artikel „sieht anders aus“.
Praktischer Tipp: Bewahren Sie die Originalverpackung auf und machen Sie ein Foto des Markenetiketts neben dem Screenshot der Anzeige, damit die Abweichung auf einen Blick erkennbar ist.