Meist können Sie nicht allein anhand eines Status beweisen, dass eine Sendungsnummer gefälscht ist, aber es ist verdächtig, wenn die Nummer auf der eigenen Website des Versanddienstleisters nicht erkannt wird, wenn die Route nicht zu Ihrer Bestellung passt oder wenn sich der Status so verhält, dass es nicht zu einer echten Paketübergabe passt.
Prüfen Sie die Nummer zuerst auf der offiziellen Tracking-Seite des Versanddienstleisters, nicht nur in der Marktplatz-App. Vergleichen Sie dann drei Dinge: den Namen des Versanddienstleisters, den Ursprung/Zielort und die Daten.
Achten Sie auf diese Warnzeichen:
- Die Website des Versanddienstleisters sagt, dass die Nummer ungültig ist, nicht gefunden wurde oder keinen Eintrag hat, während der Verkäufer behauptet, sie sei versendet worden.
- Das Tracking funktioniert nur auf einem Drittanbieter-Tracker, aber nicht auf der Website des Versanddienstleisters.
- Das Ursprungsland, das Lieferland oder die Stadt passt nicht zu dem, was Sie bestellt haben.
- Der Status bleibt lange in einem frühen Stadium wie „Label erstellt“ oder „Sendungsinformationen erhalten“, ohne dass der Versanddienstleister die Sendung angenommen hat.
- Die Sendungsnummer ändert sich, nachdem Sie nachfragen, oder der Verkäufer schickt eine neue Nummer, die eine völlig andere Route zeigt.
- Dieselbe Nummer scheint für mehr als eine Bestellung verwendet zu werden, oder die Paketdetails ändern sich plötzlich ohne klare Erklärung.
Wenn die Website des Versanddienstleisters die Nummer erkennt, die Informationen aber seltsam aussehen, fragen Sie den Versanddienstleister, was der letzte Scan bedeutet und ob das Paket tatsächlich in sein Netzwerk übernommen wurde. Ein Verkäufer kann eine Label-Nummer zeigen, bevor er das Paket übergibt, daher ist eine „Sendungsnummer“ allein kein Beweis dafür, dass der Artikel verschickt wurde.
Wenn die Nummer überhaupt nicht erkannt wird, fragen Sie den Verkäufer nach:
- dem Namen des Versanddienstleisters
- der genauen Sendungsnummer
- einem Nachweis, dass das Paket an den Versanddienstleister übergeben wurde, zum Beispiel einem Annahmescan, einem Einlieferungsbeleg oder einer Versandbestätigung mit lesbarem Datum
Bewahren Sie die Bestellseite, die Tracking-Seite und alle Nachrichten auf. Machen Sie einen Screenshot der Fehlermeldung, des Datums und der vollständigen Sendungsnummer, bevor der Verkäufer sie ändern oder ersetzen kann. Wenn der Verkäufer Ihnen eine Nummer gegeben hat, die erst nach Beginn einer Streitigkeit erscheint, ist das ein weiterer Grund, vorsichtig zu sein.
Wenn der Marktplatz die Bestellung weiterhin als versendet anzeigt, der Versanddienstleister aber keinen Eintrag hat, nutzen Sie das Streit- oder Hilfeverfahren des Marktplatzes und fügen Sie die Sendungsnummer, den Screenshot der Website des Versanddienstleisters und die Nachrichten des Verkäufers bei. Wenn Sie per Karte, Banküberweisung oder mit einer anderen Zahlungsmethode mit Beschwerdeverfahren bezahlt haben, fragen Sie Ihre Bank oder Ihren Anbieter, welche Nachweise sie brauchen und ob die Frist ab dem Zahlungsdatum oder dem Lieferdatum läuft. Diese Fristen sind unterschiedlich, prüfen Sie daher die aktuellen Bedingungen in Ihrem Konto oder Kartenvertrag.
Wenn das Tracking „zugestellt“ anzeigt, Sie aber nichts erhalten haben, kontaktieren Sie den Versanddienstleister mit der Sendungsnummer und bitten Sie um Nachweise zur Zustellung, zum Beispiel die Lieferadresse, die Uhrzeit und Scan-Informationen.
Praktischer Tipp: Speichern Sie jedes Mal, wenn Sie nachsehen, einen Screenshot der Fehler- oder Statusseite des Versanddienstleisters, denn eine gefälschte oder geänderte Sendungsnummer lässt sich viel leichter anfechten, wenn Sie die vollständige Historie zeigen können.